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Sagen von Schenkendorf

Der Festmacher in Schenkendorf

In Schenkendorf lebte einmal ein Bauer, der konnte hexen und die Leute festmachen. Einmal kam er von Drahnsdorf nach Hause gegangen und war schon dicht beim Dorfe, als ihm der Gendarm begegnete, der ihm die brennende Pfeife wegnahm und ihm mit einer Anzeige drohte. Der Bauer sagte zu dem Wachmeister, das sollte er lieber bleiben lassen, es könnte ihm sonst übel werden. Doch der Wachtmeister schnautzte den Mann an und ritt weiter. Als er nun abends nach Hause kam und vom Pferd steigen wollte, konnte er nicht herunter, und es mußte ein Bote nach Schenkendorf geschickt werden, der dem Bauern die Pfeife wieder brachte. Da sprach der ein paar Worte vor sich hin, und zu gleicher Zeit war der Gendarm zu Hause vom Pferde erlöst.

 

Zwar Schenkendorf liet in de Lausitz

schon drin, met Wentdorf, Liedekahle duhts ebenso sin, doch der Deiwel hol den, der de Jrenze jemacht;

nee, die Derfer sun unse, dat wär jo jelacht!

Awwer Liebsdorf un Wilde un Bitschen oo, de jeheeren zu unse Land sowieso.

Der Mittagsreiter bei Schenkendorf

Aus den Glieniger Wiesen kommt um die Mittagsstunde bei hellerlichten Tag ein Reiter ohne Kopf auf weißem Pferde, und wen er da am Rande schlafend trifft, den quält er mit bösen Träumen und macht unheilbares Kopfweh. Manchmal kommt auch ein weißes Weib und wenn das jemand in der Mittagstunde schlafend findet, den macht das Weib tot.

Der Schenkendorfer Bulle

Wer von Schenkendorf nach Dahme durch den Prensdorfer Grund geht, dem kann es geschehen, daß er in der Mitternachtsstunde den weißen Bullen trifft. Er hält sich im Grunde auf, kommt aber um Mitternacht auf den Weg und fällt die Leute an. Er springt sie an und stößt nach ihnen, daß sie den Weg, den sie gekommen sind, zurückrennen müssen. Er hat feurige Augen, aber nur ein Horn. In den letzten Jahren haben ihn die Leute nicht mehr gesehen, aber früher sprang er gern die jungen Mädchen an, die mal zur Spinte oder zum Besuch in Dahme waren.




Dat scheene Buke, met sein herrlichet Bad,

nerr dat wär oo'n Jammer, fehlte uns dat!

Oo Damsdorf, do hinde, un der Jlienicker Sand,

is man armet, awwer oo Dahmschwt Land.